„Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren. […] Gerade deshalb müssen wir verstehen, dass es Versöhnung ohne Erinnerung nicht geben kann.“
(Richard von Weizsäcker, Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zum 40. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa, 8. Mai 1985)

Die Worte unseres ehemaligen Bundespräsidenten wirken wie ein Mahnmal bis heute nach: Wir müssen uns erinnern! Und zwar besonders an jene Taten, die mit Grausamkeit, Terror und Gewalt einhergingen. Nur unsere aktive Auseinandersetzung mit ihnen sorgt dafür, dass ihre Unmenschlichkeit nicht vergessen wird. Ebenso sensibilisiert sie uns dafür, unsere gesellschaftliche und politische Gegenwart genauer zu reflektieren und die Menschenrechte, die Demokratie und den Frieden vor destruktiven Einflüssen zu schützen.
Diese Erinnerungskultur spiegelt sich in unserem Leitmotto „ Gemeinsam.lernen Vielfalt.nutzen Respekt.zeigen“ wider und ist damit ein wichtiger Baustein unseres Verständnisses von Bildung.
Denn: wir erinnern – wir zeigen Respekt.
Seit vielen Jahren unterstützen daher viele Schüler_innen des zehnten Jahrgangs unserer Schule den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, indem sie freiwillig außerhalb der Schulzeit Spenden sammeln. Dieses Jahr sind 52 Schüler_innen in 16 Kleingruppen vertreten, die vom 04.11.-15.11.2019 innerhalb von Griesheim sammeln werden.
Die Spenden dienen dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge dazu, seinen staatlichen Auftrag zu erfüllen – nämlich die Erhaltung und Pflege der Gräber aller Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft als Mahnung für ein friedliches Miteinander aller Menschen.
Dieses Jahr wird der Volksbund 100 Jahre alt – so lange fördert er bereits die Erinnerungsarbeit an die Opfer des Ersten Weltkrieges und des Zweiten Weltkrieges.
Besonders der Zweite Weltkrieg forderte als Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands Millionen Opfer, Soldaten und Zivilisten, und war Voraussetzung für beispiellose Verbrechen, die in den Völkermord an den europäischen Juden mündeten. Natürlich stellt sich damit auch die Frage nach der persönlichen Verantwortung unter den Bedingungen von Krieg und Diktatur. So plädiert der Verein dafür, auf pauschale Schuldzuweisungen zu verzichten. Immerhin kämpften die meisten im Bewusstsein, ihre nationale Pflicht zu erfüllen. Viele haben sich schuldig gemacht, andere konnten sich der Katastrophe nicht entziehen – aber wenige leisteten Widerstand.

Besonders als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ möchte die Gerhart-Hauptmann-Schule daher den Volksbund dabei unterstützen, die Erinnerung an Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten, Verständigung, Versöhnung und Frieden unter den Menschen und Völkern zu fördern und für Freiheit und Demokratie einzutreten.

Mehr Informationen finden Sie unter: https://www.volksbund.de/home.html

verf. von Fr. Radigk

v.l.n.r Max, Janina, Ilayda, Anastasia, Madelaine, Beyza, Lisa-Marie, Almisa, Maria, Tom, Gloria

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