Im Rahmen eines Jugend-Forscht-Projekts von Tim Löchel, Oliver Pokorny und Charlotte Zink messen wir zurzeit in verschiedenen Räumen der GHS die CO2-Konzentration und verschiedene Behaglichkeitsparameter. Dazu haben wir – basierend auf unserer eigenen, im November publizierten DIN SPEC 91420 – ein Messgerät gebaut, das in einem Gehäuse aus dem 3D-Drucker die komplette Behaglichkeitsmesstechnik von U-CUBE autonom betreibt. Wir messen alle 10 Sekunden die operative Temperatur (Lufttemperatur und Wärmestrahlung im Raum), die Luftfeuchtigkeit und die CO2-Konzentration. Daraus wird von einem Arduino Mikrocontroller in Echtzeit die Behaglichkeit nach DIN 7730 als sogenannter PMV-Wert berechnet. Dieser berücksichtigt den durchschnittlichen Metabolismus der Kinder und die typischen Kleidungsisolationswerte. Die Daten werden als EXCEL-Tabelle auf eine SD-Karte geschrieben.
Nachdem nun an vier Tagen Messungen durchgeführt wurden, lässt sich schon mal folgendes festhalten: Die Kinder haben durch die Stoßlüftung die CO2-Konzentration im Griff. Durchschnittswerte liegen deutlich unter 1000ppm mit seltenen Spitzenwerten um die 1200ppm. CO2-Konzentrationen unter 1500ppm gelten als unkritisch. Nach Untersuchungen der Universität in Berlin korreliert im Falle einer Corona-Infektion die CO2-Konzentration mit der potentiellen Viruslast. Sollte sich also tatsächlich eine infizierte Person im Raum befinden, ist man bei CO2-Konzentrationen unter 1000ppm nur einem minimalen Risiko ausgesetzt, wenn die Maske getragen und der empfohlene Abstand eingehalten wird – so die Studie.
Und wie sieht es mit der Behaglichkeit aus? Erfrieren die Kinder nun im Klassenraum? Dafür gibt es keine Anzeichen. Während der Stoßlüftung kühlt die Luft logischerweise stark ab. Die Hüllflächen des Raumes und die Kinder selbst aber nicht, die nach dem Schließen der Fenster als Strahlungsheizungen die Temperaturen ansteigen lassen. Das wirkt sich auf die operative Temperatur (gefühlte Temperatur) ebenso aus, wie auf die Behaglichkeit. Die Schwankungen liegen weit unter den Lufttemperaturschwankungen. Kurzzeitige starke Abkühlungen können durch Veränderung der Kleidungsisolationswerte (Jacke) schnell korrigiert werden.
Das ist nur eine kurze Zusammenfassung aus 4 Messungen. Es sieht aber vielversprechend aus, dass die weiteren Messungen diese Ergebnisse stärken werden.
Vorläufiges Fazit: Die Stoßlüftung funktioniert und niemand erfriert dabei. Eine CO2-Ampel wäre eine vernünftige Investition für jedes Klassenzimmer.
verf. von Hr. Dr. Dlabal

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